Der Beginn der Gartensaison entscheidet oft darüber, wie erfolgreich das ganze Jahr verläuft. Als Gartenbaufacharbeiter weiß ich: Mit der richtigen Anzucht legst du den Grundstein für kräftige, gesunde Pflanzen – egal ob Gemüse, Kräuter oder Sommerblumen.
WANN SÄE ICH WAS?
Nicht jede Pflanze hat den gleichen Zeitplan. Frostempfindliche Arten wie Tomaten, Paprika oder Zucchini werden ab Februar/März auf der Fensterbank oder im warmen Gewächshaus vorgezogen. Robuste Sorten wie Radieschen, Spinat oder Erbsen können direkt ins Freiland gesät werden, sobald der Boden nicht mehr gefroren ist – meist ab März.
DAS RICHTIGE SUBSTRAT
Verwende für die Anzucht spezielle Anzuchterde – sie ist nährstoffärmer als normale Blumenerde. Das klingt zunächst widersprüchlich, ist aber wichtig: Zu viele Nährstoffe lassen die jungen Wurzeln „faul“ werden, weil sie nicht in die Tiefe wachsen müssen. Die Folge sind schwache Sämlinge.
LICHT IST ENTSCHEIDEND
Der häufigste Fehler bei der Anzucht: zu wenig Licht. Sämlinge auf der Fensterbank strecken sich oft dünn und blass nach dem Licht („vergeilen“). Eine zusätzliche Pflanzenlampe oder ein heller Platz direkt am Südfenster macht hier den entscheidenden Unterschied.
PIKIEREN – DER WICHTIGE ZWISCHENSCHRITT
Sobald die Sämlinge ihr erstes echtes Blattpaar (nicht die Keimblätter!) ausgebildet haben, werden sie pikiert – also vorsichtig in größere Töpfe mit normalerer Erde umgesetzt. Das gibt den Wurzeln mehr Platz und die Pflanzen werden kräftiger.
ABHÄRTEN VOR DEM AUSPFLANZEN
Bevor die vorgezogenen Pflanzen endgültig ins Beet kommen, sollten sie schrittweise an Außenluft, Wind und Sonne gewöhnt werden. Stelle sie dafür über ein bis zwei Wochen tagsüber nach draußen und hole sie nachts wieder rein. Das verhindert einen „Schock“ beim Auspflanzen.
Mit etwas Geduld und diesen Grundlagen steht einem kräftigen Start in die Gartensaison nichts mehr im Weg!