Zwei der häufigsten Fragen im Garten lauten: „Wie oft sollte ich gießen?“ und „Welchen Dünger brauche ich?“ Die Antwort ist meist einfacher als gedacht – aber auch leichter falsch zu machen, als man denkt.

GIESSEN: LIEBER SELTEN, ABER GRÜNDLICH

Ein häufiger Fehler ist tägliches, leichtes Gießen. Das fördert flache Wurzeln, die schnell austrocknen. Besser: Seltener, aber durchdringend gießen, sodass das Wasser tief in den Boden eindringt. Die Pflanzen bilden dann tiefere Wurzeln und sind widerstandsfähiger gegen Trockenphasen.

DER FINGERTEST

Bevor du gießt, prüfe die Erde mit dem Finger 2-3 cm tief. Fühlt sie sich noch feucht an, kann das Gießen warten. Diese einfache Methode verhindert die häufigste Ursache für kranke Pflanzen: Staunässe.

DIE BESTE GIESSZEIT

Früher Morgen ist ideal – die Pflanzen können das Wasser aufnehmen, bevor die Mittagssonne es verdunsten lässt. Abendliches Gießen ist auch möglich, sollte aber so erfolgen, dass die Blätter bis zur Nacht abtrocknen können – sonst drohen Pilzkrankheiten.

DÜNGEN NACH BEDARF, NICHT NACH GEFÜHL

Pflanzen, die viel Frucht oder Blüten produzieren (Tomaten, Rosen, Balkonblumen), haben einen hohen Nährstoffbedarf und profitieren von regelmäßiger Düngung während der Wachstumsphase. Stauden und Gehölze brauchen dagegen meist nur eine jährliche Kompostgabe im Frühjahr.

ORGANISCH VS. MINERALISCH

Organischer Dünger (Kompost, Hornspäne, Pferdemist) wirkt langsam und nachhaltig – er verbessert gleichzeitig die Bodenstruktur. Mineralischer Dünger wirkt schneller, birgt aber bei Überdosierung das Risiko von „Verbrennungen“ an den Wurzeln. Für den Hausgarten ist organischer Dünger meist die bessere und bodenschonendere Wahl.

Merke: Mehr ist nicht immer besser – sowohl beim Gießen als auch beim Düngen orientieren sich erfahrene Gärtner am tatsächlichen Bedarf der Pflanze, nicht an einem festen Schema.